Anleitung zum HYGGE sein am Bodensee

Alle Welt ist auf einmal hyggelig…

Klingt ja auch nett, aber was ist das eigentlich? Hygge heißt auf dänisch und norwegisch so viel wie Gemütlichkeit und Beisammensein. Nicht mehr und nicht weniger.

In deutschen Hochglanzmagazinen und auf Instagram wird dieser Begriff meiner Meinung nach ziemlich verhunzt, alles ist reinweiß, höchstens noch pastellig und perfekte Schönheiten mit perfekter Wallemähne und Macbook drapieren sich auf einem Lammfell mit dem perfekt aufgeschäumten Cappuccino oder noch besser, mit einer Buddha Bowl, und sind bei leiser Hintergrundmusik in den neuesten Bildband über Fashion vertieft, daneben steht eine dänische Designerlampe und spendet warmes Licht.

Anleitung zum Hyyge sein

Bei mir gibt’s eine andere Art von Hygge: Eine kleine rein subjektive Anleitung zur Gemütlichkeit und zum Beieinandersein am Bodensee, gemütlich, kuschelig und nicht ganz so gestylt. Dafür bei echten Erlebnissen, mit Freunden oder mit welchen, die es vielleicht werden können. Los geht’s:

  1. Gut essenWie könnte es anders sein, mit Essen fängt bei mir die Gemütlichkeit an. Gerne zu Hause, in meiner wunderschönen großen Küche, aber gerne auch außerhalb. Möglichkeiten gibt es am Bodensee ja genug. Letztens im Holly´s in Konstanz. Große Tische, uriges Mobiliar und ganz viel zum Gucken macht dieses Lokal sehr hyggelig. Frühstücken am Samstagmorgen, um das Wochenende einzuläuten, finde ich dort besonders schön.
  2. Natur erleben    Das geht ganz einfach am Bodensee: Einfach rausgehen. Die grandiose Natur ist überall und der See ist nie weit weg. Entspannung pur, übers Wasser zu schauen und im Hintergrund die Alpen zu sehen.  Wer Gelegenheit zu einem Segeltörn im Herbst hat, sollte dies unbedingt machen, die Bäume am Ufer machen mit ihren Rot- Gelb- Brauntönen echt was her. Und im Hinterland gibt es schöne Wälder und jede Menge Wanderwege.  Es beruhigt und holt einen vom oft stressigen Alltag runter. Pack dir einen heißen Tee, Äpfel und Zwetschgendatschi ein und genieße die warme Herbstsonne auf einer Bank mit Aussicht.
  3. Alle sind gleichNicht der Kontostand ist wichtig, sondern deine Einstellung zu dir und den anderen. Relaxe und vergleiche dich nicht mit anderen. Wo geht das besser als in der Sauna? Dort sitzen alle, egal ob Bankdirektor oder Studentin, nackig auf dem Handtuch, schwitzen und haben alle nur den Gedanken, wann denn die 15 Minuten  endlich vorbei sind und man der heißen Hölle entfliehen kann. Niemand interessiert sich hier für deinen Status oder was für ein Auto du fährst. Genieße ein paar Stunden in der Konstanzer Therme mit ihrem schönen Saunabereich. Die Sauna dort gefällt mir besser als die Meersburger und Überlinger, obwohl sie kleiner ist und der Außenbereich nicht so schön gestaltet ist als bei den beiden anderen. Aber die Aufgüsse dort sind super, es ist sehr sauber und es riecht gut (für mich sehr wichtig!). Und sie ist einfach gemütlicher, also hyggeliger 🙂
  4. Werte schätzenEin persönliches Zuhause macht den Hygge Stil aus. Halte Ordnung und umgebe dich nur mit Dingen, die du magst. Mir hat dabei das Buch von Marie Kondo,  dass ja mittlerweile wohl jeder kennt,  sehr geholfen. Wenn du noch schöne Dinge für deine Wohnung suchst, ist das Spectrum oben in der Überlinger Greth ein guter Anlaufpunkt.
  5.  Zufrieden sein            Nicht höher – weiter – schneller, freu dich einfach, dass es dir gut geht. Und helfe mit kleinen Gesten, die dir nicht wehtun, dass es anderen auch besser geht. Weihnachten im Schuhkarton ist so ein Beispiel. Ab Mitte Oktober kannst du im Überlinger Pfarrhaus oder in vielen anderen Anlaufstellen deinen Schuhkarton abgeben und hilfst damit bedürftigen Kindern.
  6. Gelassen bleiben Die täglichen Einkäufe finde ich immer stressig und nervenaufreibend. Mache ein kleines Event daraus und kaufe auf Wochenmärkten ein, die rund um den See stattfinden oder direkt beim Bauern. Jetzt in der Herbstzeit gibt es auch am Straßenrand zahlreiche Stände mit Kürbissen und Äpfeln. Einfach mal die Augen offen halten.
  7. Geborgenheit Weißt du, zu wem du gehörst und wo du herkommst? Mache dir die kleinen Augenblicke bewusst, in denen du dich geborgen fühlst. Bei mir ist es, wenn ich Milchreis mit Zimt und Zucker UND Spiegelei drüber esse. Das hat meine Oma immer für mich gemacht und egal wo ich bin, wenn ich das esse (was niemand außer mir mag), fühle ich mich zuhause. Egal, wo ich bin. Oder wenn ich mein kleines Kopfkissen habe, „Tunzebettla“ genannt, weiß ich, dass ich gut schlafen werde. Im Naturkundemuseum Neuhausen ob Eck kannst du viel über die Geschichte und die Heimat lernen, immer aus der Sicht der früheren Bewohner.
  8. Im Jetzt üben Tue etwas bewusst, mache Routine zu etwas Besonderem. Zelebriere zB das abendliche Baden, wenn du genervt von der Arbeit nach Hause kommst, mit einem Buch, Schaumbad, Sekt und Musik, wenn die Badewanne groß genug ist, gerne auch zu zweit. Oder gönne Dir einen Besuch bei der Kosmetikerin in der Münsterstrasse bei Casa Cosmetica.
  9. Sich wohlfühlenDraußen ist es schmuddelig und kalt? Ein heißer Kakao mit einem Schuss Rum, ein gutes Buch und ab ins Bett oder aufs Sofa. Oder ein Spielabend mit Freunden oder den Nachbarn, die du sonst nur freundlich  grüßt, aber zu denen du sonst keinen Kontakt pflegst.
  10. Zusammen seinBeisammensein stärkt unsere Seele. Teile deine Zeit mit Freunden und Familie. Bastelt zusammen, lasst Drachen steigen oder sucht schon mal die besten schwäbischen Plätzchenrezepte raus und backt sie zur Probe:).

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