Wanderung von Levanto nach Monterosso

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See you soon in den Cinque Terre

Cinque Terre in Ligurien

Strahlend blauer Himmel, glitzernder See und jede Menge Segelboote. Jetzt im Oktober zeigt der Herbst sich von seiner schönsten Seite am Bodensee. Doooch…, wie schön muss es jetzt erst etwas weiter südlich sein…, über die Alpen drüber…, in Ligurien…? Also nutze ich 4 freie Tage, packe meine Sporttasche mit dem Nötigsten und fahre in entspannten 6,5 Stunden nach  Levanto, dem „Tor der Cinque Terre“.

Einheimische, Touristen, Läden und Fischerboote teilen sich die schmalen Gassen

Die Cinque Terre sind 5 Dörfer in Ligurien, die auf 12 Kilometer in die schroff abfallende Küste hineinverschachtelt wurden. Kleine verwinkelte Häuser in pastelligen Farben, über- und untereinander, mit kleinen Anbauten, falls doch noch irgendwo ein freies Fleckchen gefunden wurde und verbunden mit steilen Treppen, engen Pfaden und Schifferbooten auf den etwas breiteren Wegen, weil selbst der heimische Hafen für die Boote zu klein und zu schmal ist.

Romantischer geht es kaum. Allerdings darf man nicht vergessen, dass jährlich auf die ca. 7000 Einwohner des gesamten Gebietes um die 2,5 Millionen Touristen kommen. Deshalb ist es eine gute Idee, die Hauptreisezeit zu meiden und im Spätherbst dort hinzufahren, um den Sommer noch ein bischen zu verlängern und den Touristenströmen aus de Wege zu gehen. Ich konnte sogar noch schwimmen, am Strand liegen und abends in einer der zahlreichen Restaurants draussen essen, so warm war es.

Levanto zählt im Gegensatz zu den Dörfern Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore noch nicht zu den Cinque Terre. Es ist sozusagen das Tor zu diesem Abschnitt. Vorteil ist, dass es nicht ganz so überlaufen, etwas größer und auch günstiger ist.  In Levanto gestaltet es sich wesentlich einfacher, ein Hotelzimmer zu bekommen, wenigstens in der Nebensaison.

Von Levanto nach Monterosso

So, jetzt aber zu der Wanderung

Strecke: etwas mehr als 8 km

Dauer: 2, 5 Stunden

Auf- und Abstieg: je ca. 500 m

Schwierigkeit: leicht, jedoch viele Treppenstufen

Dieser herrliche Küstenwanderweg hoch oberhalb der steilen Klippen beginnt mitten in Levanto am Strand. Beim Schwimmbad laufe ich Richtung Süden, immer entlang der weiß-roten Wegmarkierung. So kann auch ich mich, als Orientierungs-Legastheniker, nicht verlaufen. Der Wanderweg heißt offiziell Weg Nr. 1 „Sentiero delle Cinque Terre Levanto – Portovenere“, wie ich auf der Tafel lesen kann.

Immer der weiß-roten Markierung nach…

Ich biege links ab und steige ein paar Treppen hinauf, die mich heute noch fast verzweifeln lassen, so viele sind es… Es geht immer höher und höher, durch Olivenhaine und südländische Macchia mit ihrem typischen Duft nach Pinien, Kräutern und Meer. In den Cinque Terre nehme ich mit meiner Nase aber noch etwas anderes wahr: Einen angenehmen süßlichen Geruch –  als ob jemand in der Vergangenheit einen großen Honigtopf über die Landschaft geschüttet hat und nun nach Jahren noch ganz leicht in der Luft liegt. Einfach toll, nach flirrender Hitze und Süden!

Nach weiteren Treppen, in den Stein gehauen und ziemlich unregelmäßig, passiere ich ein rotes Haus mit imposanten Steineichen und wende mich auf der Asphaltstraße nach rechts. Nach ein paar Hundert Metern ist die geteerte Straße vorbei und es geht immer Richtung Südosten vorbei an Oleander, Oliven- und Feigenbäumen, wildem Salbei und Basilikum.

Vorbei an Steineichen, Macchia und kleinen Olivenhainen

Es kommt eine schöne Picknickbank, ideal zur kurzen Rast mit dem mitgebrachten Obst und der Foccacia aus Levanto. Die Serpentinen hoch wird es nun waldreicher und es folgt ein wunderschöner Abschnitt mit atemberaubenden Ausblicken auf das Meer. Ich wandere noch an einer Gedenktafel vorbei, mache jede Menge Fotos, die sich perfekt als Hintergrundbild fürs IPhone eignen und klettere nun die vielen Stufen, die es anfangs hoch ging, hinunter. Der Abstieg besteht größtenteils aus Treppen, bis dann die Teerstraße anfängt und mich bis zum Hafen von Monterosso und damit ins quirlige Leben des kleinen Dörfchens führt.

Blick zurück – überall gibt es etwas zu entdecken, und wenn es ein originelles Dach auf dem Weg ist
Treppen hoch, Treppen runter….
Panoramaausblicke säumen den Weg
Blau und Türkis in jeder Schattierung und dazu knorrige schattenspendende Bäume

Zurück ist der Zug am bequemsten, für 4 Euro und 4 Minuten Fahrtzeit bin ich wieder an meinem Ausgangspunkt in Levanto.

Kennst du diese einmalige Wanderung? Wenn ja, schreibe mir in den Kommentaren, wie es dir gefallen hat. Falls nein, gebe ich dir gerne weitere Tipps für einen Aufenthalt in den Cinque Terre.

 

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